Eine Gartenlaube ist ein kleines, meist offenes Gebäude im Garten, das Schutz vor Sonne und Regen bietet und gleichzeitig als Aufenthaltsort im Freien dient. Sie besteht typischerweise aus Holz oder Gusseisen und ist so gestaltet, dass man sich darin entspannen kann, ohne vollständig drinnen zu sein. Das macht die Gartenlaube zu etwas anderem als einem Gartenhaus: Sie ist offen, luftig und auf den Aufenthalt ausgerichtet, nicht auf Lagerung oder Schutz von Geräten.
Der Begriff „Gartenlaube“ leitet sich vom Wort „Laube“ ab, was historisch einen überdachten, bepflanzten Gang oder Sitzplatz im Freien meinte. Heute wird der Begriff für viele verschiedene Bauformen verwendet, vom einfachen Pavillon bis zur aufwendig gestalteten Holzkonstruktion mit Rankpflanzen.
Was macht eine Gartenlaube aus?
Eine Gartenlaube hat einige typische Merkmale, die sie von anderen Gartengebäuden unterscheiden. Sie ist überdacht, hat aber keine vollständig geschlossenen Wände. Oft fehlen Wände ganz, oder es gibt nur ein Gitter oder Rankgerüst, an dem Pflanzen hochklettern. Der Boden ist manchmal befestigt (zum Beispiel mit Holzdielen oder Pflastersteinen), manchmal aber auch einfach Rasenfläche.
Typische Materialien sind:
- Holz (am häufigsten, klassisch und günstig)
- Gusseisen (aufwendiger, oft bei historischen oder dekorativen Modellen)
- Metall oder Aluminium (modern, pflegeleicht)
- Kunststoff (günstig, aber weniger langlebig)
Viele Gartenlauben werden bewusst mit Kletterpflanzen begrünt, zum Beispiel mit Rosen, Efeu, Wisteria oder Weinreben. Das gibt nicht nur Schatten, sondern macht die Laube auch zu einem optischen Highlight im Garten.
Gartenlaube, Pavillon oder Pergola: was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Eine kurze Übersicht:
| Begriff | Merkmale |
|---|---|
| Gartenlaube | Überdacht, offen oder halb offen, oft mit Pflanzen, zum Sitzen |
| Pavillon | Freistehendes Gebäude, oft rund, mit Dach, manchmal mit Seitenwänden |
| Pergola | Offenes Rankgerüst ohne festes Dach, hauptsächlich für Pflanzen |
| Gartenhaus | Geschlossenes Gebäude mit Türen und Fenstern, zum Lagern oder Wohnen |
In der Praxis sind die Grenzen fließend. Manche Menschen nennen einen überdachten Sitzplatz mit Holzbalken und Rankpflanzen sowohl Gartenlaube als auch Pergola. Gemeint ist aber meistens dasselbe: ein geschützter Platz im Freien, an dem man sich aufhält.
Wofür wird eine Gartenlaube genutzt?
Die Gartenlaube dient in erster Linie als Aufenthaltsort. Man sitzt dort, trinkt Kaffee, liest oder isst im Freien, ohne bei schlechtem Wetter sofort ins Haus zu müssen. Für Familien ist sie oft ein beliebter Treffpunkt für den Sommer, für ältere Menschen ein ruhiger Rückzugsort im Garten.
Praktische Nutzungsmöglichkeiten:
- Als überdachter Esstisch für draußen
- Als Spielbereich für Kinder (mit Schutz vor direkter Sonne)
- Als gemütliche Leseecke oder Ruheplatz
- Als Sichtschutz oder Gestaltungselement im Garten
- Als Klettergerüst für Nutzpflanzen wie Weinreben oder Bohnen
Gartenlaube im historischen Kontext
Der Begriff „Gartenlaube“ hat in Deutschland auch eine kulturhistorische Bedeutung. Von 1853 bis 1944 erschien eine populäre deutsche Zeitschrift mit dem Namen „Die Gartenlaube“, die zu den meistgelesenen deutschsprachigen Zeitschriften des 19. Jahrhunderts gehörte. Der Name steht sinnbildlich für eine gemütliche, familiäre Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt und unterhält. Das zeigt, wie tief das Bild der Gartenlaube in der deutschen Kultur verwurzelt ist.
Auch in der Kleingartenkultur, also bei sogenannten Schrebergärten, spielt die Laube eine zentrale Rolle. In vielen Kleingartenvereinen gibt es klare Regeln, wie groß eine Gartenlaube sein darf und ob man darin übernachten darf. Das Bundeskleingartengesetz in Deutschland regelt das im Detail.
Worauf achtest du beim Kauf oder Bau einer Gartenlaube?
Wer eine Gartenlaube kaufen oder bauen möchte, sollte ein paar praktische Punkte berücksichtigen:
- Genehmigung: In manchen Gemeinden braucht man für feste Bauten ab einer bestimmten Größe eine Baugenehmigung. Informiere dich vorher bei deiner Gemeindeverwaltung.
- Material: Holz sieht schön aus, braucht aber regelmäßige Pflege. Metall oder Aluminium sind wartungsärmer.
- Standort: Eine Gartenlaube steht am besten an einem Ort mit etwas Schatten, zum Beispiel unter einem Baum oder an einer Hecke, aber mit freiem Blick in den Garten.
- Größe: Überlege, wie viele Personen die Laube gleichzeitig nutzen sollen. Für eine Familie mit Esstisch braucht man mindestens 3 x 3 Meter.
- Bepflanzung: Kletterpflanzen brauchen Zeit, um zu wachsen. Wer schnell Schatten möchte, kann Hopfen pflanzen, der sehr schnell wächst.
Eine Gartenlaube ist kein kompliziertes Bauwerk, aber ein kleiner Ort mit großem Wirkung. Sie verbindet das Draußen-Sein mit dem Schutz vor den Elementen und gibt jedem Garten einen natürlichen Mittelpunkt, an dem man gerne Zeit verbringt.
