Eine abflusslose Sammelgrube im Kleingarten ist ein geschlossener Behälter, der Schmutzwasser auffängt und nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen ist. Sie wird regelmäßig durch ein Entsorgungsfahrzeug abgepumpt. Wer in einer Kleingartenanlage eine solche Grube betreibt, muss sich an die Vorgaben der zuständigen Kommune halten, denn die Abfuhr ist in der Regel verbindlich geregelt.
Was ist eine abflusslose Sammelgrube im Kleingarten?
Eine abflusslose Sammelgrube (kurz: ASG) ist ein vollständig abgedichteter Behälter unter der Erde. Schmutzwasser aus der Gartenlaube, zum Beispiel aus einer Spüle oder einer Dusche, läuft in diesen Behälter und bleibt dort, bis er geleert wird. Er darf kein Wasser ins Erdreich abgeben. Das ist der wichtigste Unterschied zu einer Sickergrube, die gezielt Wasser versickern lässt und in den meisten Bundesländern nicht mehr zulässig ist.
In Kleingartenanlagen sind abflusslose Sammelgruben weit verbreitet, weil viele dieser Anlagen nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen sind. Die Grube übernimmt dann die Funktion des Kanalnetzes, aber eben nur vorübergehend. Sobald sie voll ist, muss sie entleert werden.
Pflicht zur Abfuhr: wie das in der Praxis läuft
Die Abfuhr von Schmutzwasser aus abflusslosen Sammelgruben in Kleingartenanlagen ist meistens streng geregelt. Viele Kommunen legen einen sogenannten Rollplan fest. Dieser Plan bestimmt, wann welche Anlage oder welcher Abschnitt an der Reihe ist. In der Stadt Cottbus zum voorbeeld ist dieser aktuelle Rollplan für die Abfuhr von Schmutzwasser aus Kleingartenanlagen verbindlich. Zuständig ist dort das Amt für Abwasserentsorgung und Wasser.
Was das konkret bedeutet: Du kannst in der Regel nicht selbst entscheiden, wann das Fahrzeug kommt. Der Rollplan legt den Rhythmus fest. Als Pächter einer Kleingartenparzelle solltest du prüfen, ob dein Verein oder deine Gemeinde einen solchen Plan veröffentlicht, und dich daran halten. Wer die Grube außerhalb des Plans entleeren lassen möchte, muss das gesondert beantragen oder beauftragen, oft mit höheren Kosten verbunden.
Was du als Kleingärtner beachten musst
Damit die Abfuhr reibungslos funktioniert, gibt es ein paar praktische Punkte:
- Die Sammelgrube muss zugänglich sein. Der Schachtdeckel darf nicht zugestellt oder überpflanzt sein.
- Der Behälter muss dicht sein. Risse oder undichte Stellen führen dazu, dass Schmutzwasser ins Erdreich sickert, was eine Umweltstraftat sein kann.
- Nur häusliches Schmutzwasser darf eingeleitet werden. Chemikalien, Farben oder Pflanzenschutzmittel gehören nicht in die Grube.
- Den aktuellen Rollplan rechtzeitig einholen, zum Beispiel über die Gemeindeverwaltung oder den Kleingartenverein.
- Falls die Grube schneller volläuft als erwartet, frühzeitig eine zusätzliche Leerung beauftragen, bevor sie überläuft.
Sickergrube versus abflusslose Sammelgrube: wat ist der Unterschied?
Manche ältere Kleingärten haben noch eine Sickergrube, die Wasser unbehandelt ins Erdreich abgibt. Diese Bauform ist in den meisten Bundesländern verboten oder muss nachgerüstet werden. Wenn du dir unsicher bist, welche Art von Grube auf deiner Parzelle vorhanden ist, lohnt es sich, das mit dem Kleingartenverein oder der zuständigen Behörde zu klären. Eine nicht genehmigte oder undichte Anlage kann zu Bußgeldern führen.
Die abflusslose Sammelgrube ist die rechtlich sichere Variante, weil das Schmutzwasser kontrolliert gesammelt und fachgerecht entsorgt wird. Sie schützt das Grundwasser und ist deshalb in Kleingartenanlagen die Standardlösung dort, wo kein Kanalanschluss besteht.
Kosten für die Entleerung
Die genauen Kosten hängen von der Kommune und dem Entsorgungsunternehmen ab. Als grobe Orientierung: nach Schätzungen werden im Jahr 2026 für eine Standardleerung über den kommunalen Rollplan je nach Region zwischen 30 und 80 Euro berechnet, eine außerplanmäßige Leerung liegt oft höher. Genaue Beträge erfährst du beim zuständigen Amt für Abwasserentsorgung oder direkt beim Kleingartenverein, der in manchen Anlagen die Abfuhr zentral koordiniert.
Als Kleingärtner lohnt es sich, den Füllstand der Grube regelmäßig zu prüfen und die Kosten von vornherein in dein Gartenbudget einzuplanen. Wer die Grube überlaufen lässt, riskiert Schäden an der Parzelle, Ärger mit dem Verein und im schlimmsten Fall ein Bußgeld wegen Gewässerverunreinigung.
